Mutter-Kind-Kur, 17. Tag. Hallo, Quarantäne

2014 war ich mit meiner damals Vierjährigen in der Mutter-Kind-Kur im Schwarzwald. Wie es dort war, erzähle ich hier im Rückblick.

Jetzt ist es soweit: Wir haben das Einrichtungs-Magen-Darm-Virus.

Gerade habe ich noch eine der schönsten und letzten Anwendungen genossen, ein Vollbad, mit Pinimenthol. Durch und durch gelassen und gewärmt will ich mich im Zimmer aufs Bett legen, da werde ich über Lautsprecher ausgerufen.

Mein Kind hat im Speisesaal gebrochen. Sie ist quietschfidel, muss aber abgeholt werden. Ich nehme sie kurzerhand mit zu meiner Abschlussvisite. Dort werde ich gewogen (1 Kilo zugenommen in 2 Wochen, dank Schwangerschaft) und nach der Wirksamkeit der Maßnahmen gefragt (waren nicht sehr effektiv, aber die Rückenschmerzen sind wenigstens weg). Auch der Bauch meiner Tochter wird abgehorcht, und dann wird sie, obwohl alles normal, unter 48 Stunden Quarantäne gestellt.

Das heißt: Kein Kindergarten mehr bis zur Abreise, Bewegungsfreiheit nur außerhalb der Einrichtung, ansonsten Verbannung ins Schlafzimmer.

Zum Glück macht sie kein Theater. Ich bringe sie aufs Zimmer und laufe alleine los, hole Lego für kranke Kinder und koche Tee. Sie hat Lust auf Obstsaft und Fleisch, ich lasse sie, obwohl es ihr verboten ist.

Zum Abschlussgespräch mit der Psychologin darf ich sie mitnehmen, dann machen wir Abschlussrodeln in der Schneesuppe und Abschluss-Eisessen im Feldberger Hof (noch so eine rein italienische Einrichtung, in der das Personal gemütlich in seiner Landessprache miteinander klönt).

Rechtzeitig zur anberaumten Arztvisite sind wir wieder zurück. Meine Tochter muss sich auf ihr Bett legen, der Arzt hört ihren Bauch ab. Schon ist er wieder draußen, ohne Diagnose, aber morgen früh um halb 9 sollen wir nochmal in sein Sprechzimmer kommen.

Danach bekommen wir beide Durchfall, aber das erzählen wir keinem. Wir haben heute Abend Pizza (italienisch, was sonst!) bestellt, und die lassen wir uns trotzdem nicht entgehen. Zum Glück ist der Arzt gerade rausgegangen, als der Pizzabote kommt. Wir essen im Flur, der von der Abendsonne durch und durch warm ist, es ist warm wie in einem Gewächshaus. In den Speisesaal oder zu anderen Kindern darf meine Tochter ja nicht.

Dann darf ich den DVD-Player für kranke Kinder ausleihen. Mein Kind guckt ihre Lieblingsserie, Bob der Baumeister, und ist glücklich.

Natürlich sollen wir uns jetzt in der Quarantäne noch intensiver desinfizieren als sonst (O-Ton Arzt: „Sonst wir das halbe Haus krank!“). Ein Zusammenhang zwischen Magen-Darm-Infektionen und zu häufigem Desinfizieren (was den Kindern so viel Spaß macht, dass sie den Desinfektionsautomaten am Eingang zum Speisesaal ständig leer machen) wird nicht gesehen. Auch werden keine Schlüsse zur zweimal wöchentlichen Reinigung der Bäder gezogen, bei der das Personal jedes Mal die bakteriozid gewaschenen Handtücher (selbst wenn noch ungenutzt) gegen neue bakteriozid gewaschene Handtücher austauscht. NEIN, da wird kein Zusammenhang gesehen.

Alle Beiträge zu unserer Mutter-Kind-Kur gibt es hier.

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