Mutter-Kind-Kur, 18. Tag. Ausflug an den Aralsee

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2014 war ich mit meiner damals Vierjährigen in der Mutter-Kind-Kur im Schwarzwald. Wie es dort war, erzähle ich hier im Rückblick.

Wir sind beide wieder ganz gesund, ein Aufheben der Quarantäne ist aber erst abends in Sicht. Ich nehme mein geduldiges Kind an der Hand, in meiner Umhängetasche habe ich Lego, Salzstangen und den DVD-Player mit Bob der Baumeister. So nehme ich sie mit zum Abschlussgespräch unserer Gruppe.

Doch dort werde ich an der Tür abgewiesen: Kinder sind hier nicht erlaubt. Also keine Abschlussrunde. Was für ein Resümee die anderen Mütter meiner Gruppe von der Kur ziehen, werde ich nie erfahren.

Traurig und wütend setze ich mich raus auf die Sonnenterrasse, wo es keinen Schnee mehr gibt, die Tochter im Sand buddelt, als wäre es der letzte Tag auf der Welt mit Sand. Hier treffe ich Tina, eine Mutter, die hier oben urlaubsglücklich ist, viel Sport treibt, schläft und Bücher liest und gar nicht mehr nach Hause will. Ich hingegen verstehe nicht, wie man sich in einer Klinik auch nur ansatzweise wie zu Hause fühlen kann und will: heim.

Frage: Was ist das? Kreuzen sich zwei Bundesstraßen, an der einen ein LIDL, an der anderen ein Schnapsmuseum, im Dreieck zwischen den beiden Straßen der höchstgelegene Bahnhof Deutschlands? Antwort: Bärental (967 m ü.d.M.). Es ist die letzte Station vor dem Caritashaus auf dem Feldberg und gewissermaßen die Verbindung zur Welt. Von dort sind wir mit dem Zug in 50 Minuten in Freiburg und in etwa 10 Minuten bei der Endhaltestelle Seebrugg, das irgendwo in die Täler geklemmt ist.

Achja, fast hätte ich die Pizzeria DaRocco vergessen, der geografische Mittelpunkt Bärentals und ein Lichtblick, wenn kulinarisch gar nichts mehr geht.

Von diesem Bärental aus fahre ich mit meiner Tochter nach Schluchsee. Auch hier, wie auf dem Feldberg, intensive Sonne, knallblauer Himmel, aber nicht ganz so kalter Wind. Man könnte das Sitzen auf der Caféterrasse beinahe als gemütlich bezeichnen.

Der Schluchsee ist der Aralsee des Schwarzwalds. Zumindest sieht es so aus, als sei er mehrer hundert Meter vom Ufer weg ausgetrocknet. Sand wurde angekarrt, wohl damit das schlickige Ufer nicht stinkt. Bojen liegen auf Land zwischen Felsen, die schlanken Kiefern, sonst Uferbäume, stehen am Abhang weit weg vom Ufer und wirken dadurch seltsam bizarr.

Morgen ist Abreisetag.

Alle Beiträge zu unserer Mutter-Kind-Kur gibt es hier.

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