Sonntag ohne Bilder oder: So war mein #sob

*Wer vorher an dieser Stelle einen anderen Beitrag gelesen hat (und den jetzt womöglich auch noch in seinem Cache oder sonstwo gespeichert hat), der weiß nun, wie sowas vor und nach der Redaktion aussieht (zu früh abgeschickt. Entschuldigt mich)*

Einige der BloggerInnen, die ich mit viel Gewinn lese, haben einen Brauch, der heißt „Wochenende in Bildern“, kurz #wib. Traditionell sind es Eltern kleiner Kinder, die beim #wib mitmachen. Gesammelt werden alle Beiträge von Susanne M.

Das #wib hilft Eltern kleiner Kinder dabei, in Kontakt zu bleiben, auch wenn die meisten diesmal zu Hause geblieben sind, Adventskränze gebastelt haben und Plätzchen in Dosen gefüllt haben. Den Bildern nach zu urteilen war es bei allen Familien an diesem Wochenende wieder sehr schön. Kerzen leuchteten, Kinder schliefen auf Sofas ein, Farben wurden angerührt, neue spannende Kindermärchenbücher gekauft, und vor allem scheinen alle für alle wichtigen Dinge auch wirklich Zeit gehabt zu haben.

Boah. Backen, Dekorieren, und vor allem: Adventskränze und Adventskalender basteln? Das ist nicht so meins. Deshalb gibt es heute hier den

Sonntag ohne Bilder #sob

7 Uhr: Wir spielen schon seit einer halben Stunde im Bett Umfallen, Kuscheln und Kitzeln, wobei wir Eltern versuchen, uns schlafend stellen.
8 Uhr: Ich liege noch im Bett und will heute nicht aufstehen.
9 Uhr: Draußen ist Unwetter. Ich heule, weil ich nicht weiß, mit was ich die nächsten 12 Stunden verbringen soll. Der Kleine bringt mir ein Bilderbuch, um mich von meiner Verzweiflung abzulenken.
10 Uhr: Der Kleine schläft wieder und die Große und ich spielen Yatzy, das auch als Kniffel bekannt ist. Sie gewinnt. Dann lese ich Pippi Langstrumpf vor.
11 Uhr: Jetzt spielen wir Holzeisenbahn und ich finde auf Twitter einen Film, auf dem 1000 Schafe in 4 Minuten am Betrachter vorbeiziehen.

Wie ein träger Fluss mit ein paar Verwirbelungen hier und da. Ich verstehe jetzt, warum man beim Einschlafen vom Schäfchenzählen spricht.
12 Uhr: Ich habe heute überhaupt keine Lust auf richtiges Mittagessen und alle müssen mit Grießbrei vorlieb nehmen. Aber damit kommen alle gut klar.

<<<Wem fällt was auf? Richtig: Bislang wurden weder ein Adventskranz gebastelt noch Plätzchen gebacken noch ein Weihnachtsmarkt besucht noch Geschenke für Nikolaus verpackt noch Weihnachtsschmuck aufgehangen noch 2 x 24 Tütchen befüllt.>>>

 
13 Uhr: Irgendwas mit Spielen.
14 Uhr: Der Kleine darf zur Großen aufs Hochbett. Sie will dort mit ihm schlafen spielen. Zack, innerhalb von 2 Minuten bin ich schon auf dem Sofa eingeschlafen. Die Kinder bleiben wach.
15 Uhr: Adventskerze an, Plätzchendose auf. Der Kleine will von den Plätzchen haben, aber von jedem nur einmal abbeißen. Nach einem Bissen will er wieder in die Dose greifen -> wir wollen das aber nicht -> lautestes Gebrüll. Schließlich legen wir ihn rein, indem wir ihm die Plätzchen aus der Hand nehmen und wieder in die Dose zurücklegen. So nimmt er sich immer wieder dieselben raus und ist glücklich.
16 Uhr: Der Kleine spielt mir Streiche (Waschmaschinen-Programm verstellen, Teesatz in der Küche verteilen, Teetasse umkippen), während die Große sich mit der Maus-App abseilt.
17 Uhr: Müll rausgebracht, das Wetter verflucht. Gedanke: 10 Stunden jetzt schon wach. Ich lege mich aufs Bett, während der Kleine mit seinem Papa doch noch rausgeht. Zum Baby-Warm-Anziehen, mit dem Baby im Regen rumstehen und Baby-Wieder-Ausziehen haben mir heute die Nerven gefehlt.
18 Uhr: Abendessen, mit ebenso vielen Tränen beim Kleinen wie schon zuvor beim Plätzchenessen. Er schläft danach sofort ein.
19 Uhr: Die Große geht ins Bett: Vorlesen, Beten, Glas Wasser, Kuscheltier, Gutenachtkuss. Schulranzen packen wir morgen.
20 Uhr: Zum allerersten Mal am Tag überlegen: Was würde ich eigentlich jetzt gerne machen? Ah: Essen! Die erste ruhige Mahlzeit am Tag. Damit ist der immerhin ein bisschen gerettet.
21 Uhr: Ich schreibe alles auf. Ups, Rohfassung schon veröffentlicht. Mist. Nochmal.
22 Uhr: Fertig. Ab ins Bett.

Während ich diese Rückschau schreibe, kann ich mich nicht entsinnen, dass ich in irgendeinem Moment in ein Strick-, Bastel-, Back- oder Dekofieber geraten wäre. Achso, Backen: Das habe ich schon vorher in einer Nacht- und Nebelaktion gemacht, wohlweislich ohne sich dauertotlachendes Grundschulkind und ohne teesatzverstreuendes Kleinkind. Und zum Adventskranz: den machen wir seit 10 Jahren gleich, d.h. wir stecken kurze Zweige und 4 Kerzen auf einen Ring aus Tonkeramik. Dauert etwa 5 Minuten, daher schon seit Freitagmittag erledigt.

Wie war euer #sob?

______

Ein Beitrag, der mir Mut gemacht hat: Was essen wir zu Weihnachten?

 

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2 Gedanken zu “Sonntag ohne Bilder oder: So war mein #sob

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