Was machst du eigentlich den ganzen Tag? – WMDEDGT im April

Der 5. jeden Monats ist WMDEDGT – Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Zanktag

Heute schreien zwei von drei Kindern den ganzen Tag rum. Weinen, befehlen, kreischen, trampeln und schubsen. Nicht eine Minute kann man die beiden heute zusammen in demselben Zimmer auf den Boden setzen. Diese beiden Kinder sind 1 und 2 Jahre alt und müssen noch ein ganzes oder zumindest einen großen Teil ihres Lebens miteinander klar kommen. Also ich sehe da schwarz.

Rechtfertigungs-Tag 

Nachdem ich beide bei der Tagesmutter abgeliefert habe und beim Bäcker war, ruft mich der Tageselternverein ein. Der Grund: Beide Kinder sollen ab Mai nicht mehr nur 70 sondern 104 Stunden pro Monat betreut werden. Das haben wir so in den Antrag geschrieben.

Komischerweise kann man den Betreuungsumfang jederzeit ohne Begründung zurückfahren. Also jetzt zum Beispiel in der Eingewöhnungzeit, wir Eltern halb in Elternzeit bzw. Elterngeld, halb mit Arbeit versorgt, da brauchten wir nur 70 Stunden für jedes Kind pro Monat und gönnten es uns und ihnen, viel zusammen zu Hause zu spielen. Wir haben beide ein Büro zu Hause und arbeiten, wann uns die Arbeit eben ruft. Lehrer und Freiberufler und Elterngeld halt. Luxus.

Jetzt sollen es aber wieder mehr Stunden bei der Tagesmutter sein und da fragt der Verein am Telefon allen Ernstes:

„Warum brauchen Sie jetzt wieder mehr Stunden? Arbeiten Sie (als Mutter, Anm. von mir) jetzt wieder mehr? Oder bringt der Vater ab jetzt immer die Kinder in die Tageseinrichtung?“

Lieber Tageselternverein, Sie hätten mich gerne noch mehr fragen können. Sie hätten mich fragen können, wer von uns eigentlich mehr arbeitet (dazu haben wir nämlich bei Ihnen gar keine Angaben gemacht). Sie hätten fragen können, ob es nicht eigentlich praktischer ist wenn der, der an Tag X mehr Arbeit hat, sich in seinem Homeoffice verkriecht, während der, der weniger zu tun hat, die zeternden Kinder anzieht und ins Auto setzt. Sie hätten fragen können, ob es nicht vielleicht doch praktischer wäre, wenn nicht der, der an Tag Y sowieso raus muss (meist der Teilzeit-Lehrer) die Kinder gleich mitnimmt und auf dem Weg zur Arbeit rauslässt, weil dann nämlich nicht zwei Erwachsene in zwei Autos losmüssen und doppelt Sprit verfahren.

Wir hätten uns über viele spannende Themen unterhalten können. Zum Beispiel auch darüber, ob nur ich (als Mutter) die Mutter-Kind-Parkplätze vor den Supermärkten nutzen darf, oder ob auch mein Mann darauf parken kann, wenn er das möchte.

Aber ich verstehe schon, wir müssen bei den Routinefragen bleiben, wo kämen wir denn sonst hin.

Smartphone-Tag

Mittags bin ich müde. Kleine Schwester schläft heute lange und ausgiebig. Die beiden Großen (der kleine Bruder darf jetzt ein Großer sein) bekommen mein Smartphone und dürfen sich damit amüsieren. Sonst kann ich ja keinen Mittagsschlaf machen.

„Aber nur Fiete, Fiete Sport, Maus und Elefant“. – „Ja, Mama.“

Als ich eine Stunde später mein Handy wieder hole, läuft: YouTube.

„Die Maus geht nicht.“

Stimmt. Das ist ja ein großes Manko bei den Filmen mit der Maus. Glücklicherweise habe ich bei Youtube yxpila abonniert, und so haben die Kinder moderne finnische Clips angesehen, die ein finnischer Vater zusammen mit seinen sechs Kindern gefilmt hat. (Geheimtipp. Muss nicht jedem gefallen. Immerhin ist das, was der Vater in seiner Freizeit mit seinen Kindern zustande bringt, sicherlich um einiges Brauchbarer als das, was mir mit meinen Kindern so einfällt.)

Und glücklicherweise wurde nicht „Kacka“ gegoogelt.

Spiel-Tag

(Ihr merkt schon, heute ist’s nicht so mit Arbeiten, obwohl es ein gewöhnlicher Mittwoch ist. Ein gewöhnlicher Mittwoch kann auch Lohn-Arbeit mit sich bringen – aber heute war bei mir die Spiel-Arbeit dran.)

Ab 15 Uhr bin ich in einem Spielhaus verabredet. Ein Spielhaus ist ein Haus voller Spielzeug, Rutschen, Puzzles und süßem Tee aus Plastikbechern. Solch ein Haus ist vor allem für Kinder bis 5 Jahre interessant. Trotzdem habe ich meine Älteste (7) zum Mitkommen überreden können, weil da auch ein Tischkicker steht. Sie spielt richtig gut, nach kürzester Zeit stand es 5:4 für mich, sodass ich fragte:

„Woher kannst du das? Spielst du das in der Schule?“

Die vielsagende Antwort:

„Nö.“

Dann wurden wir wieder von ihren beiden kleinen Geschwistern unterbrochen, die Kekse wollten, hochwollten, was anderes spielen wollten. Schade, war ein spannendes Match.

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