Coronatagebuch Tag #26

Diese ganzen Studien, die jetzt kursieren, in denen untersucht wurde, vor was Gesichtsmasken alles schützen und vor was nicht.

Österreich trägt Maske. Und will die Geschäfte und die Wirtschaft deshalb Anfang Mai wieder öffnen.

Der bayerische Ministerpräsident, der immer ein paar Tage vor der Bundesregierung mit dem neuesten heißen Scheiß kommt, sagte heute sinngemäß: „Letzten Endes werden wir um eine Art Mundschutz nicht herum kommen.“

Eine Packung einfacher Mundschutze hat fast den Gegenwert eines Goldbarren. Mundschutz-Lager werden von Security bewacht. Mit Mundschutz beladene Lkws werden von der Polizei eskortiert. Betrüger nennen eine Anzahl an Mundschutzen, die sie angeblich verkaufen können und erhalten Anzahlungen in Millionenhöhe.

Und dann das neue Tracking. Oder Tracing. Das RKI (die oberste Gesundheitsbehörde Deutschlands) verfügt bereits über die Daten aller Telekom-Nutzer in Deutschland und könnte jederzeit überprüfen, wo ich mich befinde, wen ich treffe – möchte dies aber gar nicht tun, sondern nur „Bewegungsströme verstehen“. „Über 100 Personen gleichzeitig auf der Domplatte in Köln, gestern waren es um dieselbe Uhrzeit nur 5 – was ist da los? Sollte man da mal Polizei hinschicken?“ Das sind so Informationen, die derzeit interessant sind.

Seit heute gibt es eine Art neue Fitness-App, herausgegeben vom RKI. Die Nutzung ist freiwillig. Über die Smartwatch misst die App die Körpertemperatur und andere Lebenszeichen. Diese Daten werden verknüpft mit der Postleitzahl. „Zwei neue Fälle mit Fieber und Atemnot im PLZ-Kreis 56297“ ist dann in etwa die Meldung, die das RKI daraus ablesen kann.

Gleichzeitig wird an einer (europäischen) Technologie gefeilt, die Personen datenschutzrechtlich konform tracken kann.

Knapp zwei Wochen Kontaktsperre stehen uns noch bevor. In den verbleibenden 12 Tagen muss der Bürger schonend auf das Thema Mundschutz-Pflicht und Tracking-Pflicht vorbereitet werden. Es diene der Wirtschaft, die dann wieder laufen könne. Es diene damit uns allen. Halten Sie aber weiterhin Abstand zu anderen. Usw.

Wir haben heute wieder 8 Stunden im Garten gearbeitet. Der Boden ist in der obersten Schicht staubtrocken. Die Kinder werfen das braune Pulver in die Luft und freuen sich, wenn es wie Puder auf dem Wag nach unten verpufft. Wieder bleiben wir bis zum Sonnenuntergang draußen, barfuß und mittlerweile auch schon braungebrannt.

Heute sind es 107.458 Infizierte in Deutschland, 36.081 sind wieder gesund und 1983 sind gestorben.

3 Gedanken zu “Coronatagebuch Tag #26

  1. Wiland Irmscher schreibt:

    ja, über die Mundschutz-Empfehlung kann man sich streiten. Oder aber auch nicht. Ich will es kurz machen. Wenn ich eine trage, schütze ich andere. Wenn die anderen eine tragen, freue ich mich. Das tut keinem weh und spart uns hoffentlich noch etwas Zeit, die unseren Standard immer weiter Richtung roten Schwierigkeitsgrad bringt.

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    • Klar ist Mundschutz „sinnvoll“, wie überall betont wird. Das hinterfrage ich nicht. Ich finde selbstgemachte nachhaltige Teile auch um Längen besser als Einwegteile, die um den halben Globus geschickt werden. Logisch.

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  2. Aber der Aufruf, einen (möglichst selbstgemachten) Mundschutz zu tragen, offenbart mir: 1) die Regierungen haben alle nicht für den Mundschutz-Engpass vorgesorgt. Vielleicht ist es für sie auch bequem, dass wir nun selbst welche machen, 2)die Dunkelziffer der Infizierten scheint überall sehr hoch zu sein. Wenn viele das Virus schon hatten, senkt das die Todesrate erheblich. Damit ist das Virus nicht mehr so ansteckend und auch nicht so tödlich, wie das Tragen von Mundschutz impliziert, 3) das Tragen von Mundschutz sollte nur eine Übergangslösung sein in einer Zeit, in der es noch keine flächendeckenden Tests (auch auf Antikörper) gibt. Lieber tragen alle den Schutz, auch die, die das Virus längst hatten und das nicht herausfinden können. Eigentlich sollte man nur, wenn man ältere, vorerkrankte Personen besucht oder eine entsprechende Einrichtung (Heim, Klinik) betritt, einen Mundschutz tragen. Also eigentlich immer, denn auch post Corona wird es Krankheiten mit tödlichen Verläufen gerade in Eineichtungen geben, aus denen die Menschen nicht einfach wegkönnen.

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