Coronatagebuch Tag #56

Wir gehen auf den wiedereröffneten Spieplatz. Dort sehe ich auf einen Blick drei Familien (komplett oder in Teilen) wieder. Mehrere Familien dürfen sich hier gleichzeitig treffen und unbegrenzt lange miteinander reden (nur nicht essen), die Kinder dürfen solange unbegrenzt lange spielen. Was auf der Straße nicht erlaubt ist, geht innerhalb der Spielplatzumzänung sehr wohl.

Wenn wir Hunger haben, verlassen wir den Spielplatz kurz, setzen uns einen Mundschutz auf und holen Eis, Schokocroissant oder Döner aus einem der umliegenden Läden (das geht natürlich aufs Kleingeld, der die letzten 8 Wochen zu Hause in der Schublade schlummerte).

Gesnackt wird wenige Meter vor dem Tor zum Spielplatz, danach können die Kinder wieder rein und weiterspielen.

Ein bisschen anders als sonst ist, dass mehr Väter bzw. komplette Familien an einem Donnerstagvormittag zugegen sind. Die Väter haben in letzter Zeit keinen Friseur mehr aufgesucht und tragen die Haare wie Christian Drosten.

Ich komme mir vor wie in einem Spiel. Oder in einem Spiel im Spiel. Oder in einem Spiel in einem Spiel in einem Spiel. Eigentlich spiele ich, dass ich zwischen Geburt und Tod irgendwie klarkomme. Darin gibt es einen Quest, der nennt sich Corona 2020. Innerhalb des Quests gibt es noch die Sonderaufgabe „Spielplatzbesuch“. Oder so.

Die Kinder denken sich gar nichts, sondern genießen es einfach, dass jetzt wieder Zeit und Raum für etwas anderes ist.

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