Jeden Tag ist Zirkus. Besonders am Wochenende

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Himmelfahrts-Wochenende in Bildern #wib

Das Wochenende beginnt am Donnerstag. Ich bin vier Tage lang Strohwitwe mit drei Kindern, zur Hilfe. Also lasse ich mich nicht lumpen und führe die Kinder in den Zirkus aus. Das Bild entstand nach erfolgreich überstandener Show vor der Kamelweide.

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Nach Cola und Zuckerwatte klingt der Tag mit Erdnussflips aus.

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Freitagvormittag. Seit zwei Tagen spinnt das Auto wieder. Da wir gerade erst eine völlig bescheuerte, sinnlos teure Reperatur hatten und dasselbe Problem schon wieder aufzutreten scheint, fahre ich sofort in die Werkstatt. Dort ist aber gleich auf zweifache Weise alles gut: Erstens, das Problem ist gar keines (oder hat sich wieder eingerenkt). Zweitens, die Kinder können in der Spielecke spielen.

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Es ist so heiß. Ich will mit den Kindern heute ins Schwimmbad. Aber hunderte von Dingen schieben sich dazwischen. Wir packen, packen um, machen die Fahrräder flott, dann wieder doch das Auto, ich bringe Müll raus, und RUMMMS. Sofort renne ich zurück, und da steht mein Sohn neben einem Meer aus Scherben. Der Wind hat die Zwischentür zugehauen. Der Sohn hat keinen einzigen Kratzer, sondern guckt nur ein wenig überrascht. Nach einer halben Stunde haben wir aber auch die Scherben weg und können endlich ins Schwimmbad fahren.

20170527_152803.jpgSamstag. Unsere Große ist kein Pferdefan. Bislang. Seit gestern wünscht sie sich aber nicht sehnlicher, als auf einem Bauernhof zu wohnen. Passt ja, dass ausgerechnet heute Aktionstag auf dem Hofbauernhof ist. Pferdereiten, Pferdestriegeln und Hufe auskratzen ist angesagt.

Doch bevor wir zum Hof fahren, kommt erst der Ernst des Tages: das allsamstägliche F-Jugend-Fußballturnier.

Schließlich können wir los. Zu dem Hof fährt man eine sehr abgelegene, einsame Strecke durch den Wald (aber eigentlich muss man hier für fast jeden Ort eine sehr abgelegene, einsame Strecke durch den Wald zurücklegen).

Maximal acht Kinder (meine eigenen eingerechnet) sind da und unsere Große ist schwer begeistert. Einfach von allem.

Die Atmosphäre ist so toll, dass wir da im Café hängenbleiben und uns mit allen möglichen Leuten unterhalten. Junge Menschen, die ein FOEJ (Freiwilliges Ökologisches Jahr) machen, grillen und bedienen uns, ein älteres Ehepaar, das gerade die örtliche Schule gekauft hat, schaut vorbei, und meine Kinder freunden sich mit anderen an. Wir wollen nie wieder nach Hause gehen.

20170527_165634.jpgNeben dem Café, das eigentlich ein kleiner Demeter-Kaufladen ist, und einigen Tieren, gibt es eine Menge tolles Zeug für Kinder – das gleichermaßen für Erwachsene geeignet ist. Zum Beispiel dieses riesige Baumhaus hier, ein riesengroßes, selbstgebautes Holzkarussell, auf dem gut zwanzig Kinder und / oder Erwachsene Platz finden. Und natürlich Hund, Katze, Schaukeln, Feuerstelle, Außendusche und Außenbadewanne…

Doch, manchmal ist es ganz schön, hier zu wohnen.

Vom Sonntag gibt es leider keine Bilder. Aber weil ich die Kinder ein weiteres Mal ausführen wollte, waren wir im Gottesdienst in unserer Dorfkirche (die Kinder verbrachten die Kinderstunde mit Blumenpflücken, die Erwachsenen hörten eine sehr inspirierende Predigt). Danach gab es einen Kurztrip an den Fluss, oder besser in den Fluss, was für die Kinder lustig, für mich ein Spießrutenlauf war. Ich höre mich jetzt noch rumschreien: „Nur bis zu den Knien! NUR BIS ZU DEN KNIEN! NICHT weglaufen, ich muss dir erst die Hose ausziehen… bzw. das T-Shirt wieder anziehen! NICHT da hochklettern!…“ etc.etc.

Weil wir alle hungrig waren, liefen wir von dort aus zum Feuerwehrfest. Ein Kind versank dort im 7. Pommes-Himmel, eines im Apfelschorle-Wahn und eines lief gleich wieder zurück zum Fluss, um mit Kleidern direkt bis in die Mitte zu waten…

Seht noch mehr „Wochenenden in Bildern“ #wib im Blog „Geborgen wachsen“ von Frau Mierau.

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Party on

Partysituation nach 12 Stunden

The party must go on.

Für Kinder ist das Leben eine einzige Party.

Das ist meine neueste und bislang auch fast einzige Erkenntnis über Kinder.

Ein paar Beispiele gefällig?

Wenn ich (als Mitglied des Party-Service-Personals) zum Essen rufe, reagiert ein Kind überhaupt nicht, weil es gerade Musik hört, rennt, klettert, springt, liest, lacht oder nachdenkt.

Das zweite kommt sofort angelaufen und ruft: „Gibt’s Schokolade?“.

Das dritte stößt einen unwilligen Schrei aus, der bedeutet „Na endlich! Ich warte auch schon drei Stunden!!! Ging das nicht schneller, oder was??!!!“

Sitzen dann alle auf ihren Stühlen, muss das Service-Personal ein Kind ständig ermahnen: „Setz dich richtigrum hin!“.

Das zweite muss alle paar Minuten neu an den Tisch rangeschoben werden, weil es sich mit dem Stuhl abschiebt und dann klagt: „Ranschieben! Ranschieben!“.

Das dritte muss angeschnallt werden, damit es nicht auf den Tisch kriecht.

Ein Kind versucht, die Essenszeit zu effektivieren, indem es sich entweder gar nichts nimmt, oder die gewählte Portion in Sekundenschnelle verdrückt, um noch mit vollem Mund zu fragen: „Kann ich jetzt gehen?“. Entgegnet das Service-Personal: „Warum?“, antwortet es schon im Gehen: „Das ist ein Geheimnis!“ und ist im Kinderzimmer verschwunden.

Das zweite untersucht jede Portion mit den Händen, zerlegt, zerkrümelt, filetiert, entsaftet, legt Würmer aus Spaghetti und Eisenbahnen aus Brotrinden, verlangt fünfmal hintereinander Milch oder Saft nachgeschenkt zu bekommen und schmeißt dabei mindestens einmal den Becher um.

Das dritte wirft je nach Lust und Laune zehn bis neunzig Prozent der dargebotenen Speisen auf den Boden. Zur Erleichterung des Service-Personals, vielleicht aber auch nur zufälligerweise, hebt es die Reste später manchmal im Vorbeikrabbeln wieder auf und isst sie dann doch noch.

Während das Service-Personal im Anschluss an die Mahlzeit wischt, fegt, die Spülmaschine vollräumt, Müll wegbringt… bauen die Kinder eine Höhle aus Kissen, Decken und Stühlen und spielen darin Picknick mit Puppengeschirr (ein Plastikservice, das aus 1024 Einzelteilen besteht und vom Service-Personal später aus allen Ritzen des Kinderzimmers geklaubt werden muss).

Im Anschluss kicken zwei Kinder einen Ball durch die Wohnung, wobei ihnen egal ist, was umfällt, außer, sie sind es selbst. Dann müssen sie sofort getröstet werden.

Das dritte nimmt solange seinen Nachtisch zu sich (Stifte, Radiergummis, Steine, Legokleinstteile, Schwämme, Biomüll) und versucht im Anschluss, die Leiter zum Stockbett hochzuklettern. Es kommt auf halber Höhe an, dann fällt es: mit dem Kopf auf die Duploeisenbahn, die sofort losrattert, aber in den nächsten Minuten von niemandem beachtet wird und einsam ihre Runden dreht.

Während das Kleinste von einem Mitarbeiter des Service-Personals getröstet wird, haben sich die beiden Größeren mit Fußballschals, Fahnen, Skibrillen und Faschingshüten unkenntlich gemacht, ziehen grölend durch den Flur und bleiben lauthals kreischend über ihre Verkleidung vor dem Spiegel stehen.

Das Mittagessen, das ich oben beschrieben habe, ist zu diesem Zeitpunkt erst seit zehn Minuten vorüber, aber keiner erinnert sich mehr daran. Schon wird lautstark verlangt, man möge Eis servieren, einen Film zeigen, eine Runde Fußball spielen („für dich kick ich extra auch ganz leicht!“), ein Meerschweinchen kaufen und bittebitte einen Flug buchen („warum fliegen wir nienienie irgendwo hin?!“).

Das Service-Personal, das sich vor Müdigkeit kaum noch auf den Beinen halten kann, schielt unablässig zur Uhr: Wann wird es ein wenig ruhiger, wann können wir uns mal setzen / hinlegen / backstage eine Flasche Wein aufmachen / einfach gehen?

Nein, einmal früher Feierabend, oder ein Jobwechsel, das sind Dinge, die laut Arbeitsvertrag bei dieser jahrelangen Party nicht drin sind!

Aber es gibt eine Atempause für das Personal. Eine am Tag. Eine allzu kurze manchmal nur, aber in der Not nimmt man alles an. Das ist die Schlafenszeit, die die Feiernden einlegen müssen, um wieder Kraft zu schöpfen, schließlich startet die nächste Party schon wieder früh am nächsten Morgen.

Diese Schlafenszeit übrigens, die muss unsäglich langweilig sein, jedenfalls den Bemerkungen nach zu urteilen, die den Kindern einfallen, wenn das Service-Personal mal wieder (ganz behutsam, versteht sich), das Thema aufs Schlafen bringt.

Beispiele:

1. Ausreden: „Nein! Die / der hat noch nicht mal zu ABEND gegessen! Der / die darf bis zehn Uhr aufbleiben! Bis ZEHN! Morgen ist doch so gut wie fast gar keine Schule!…“

2. Ablenkungsmanöver: „Nein! Ich will noch einen Duplo-Turm bauen! Ich will einen ganz hohen Duplo-Turm bauen! Ich will den höchsten Duplo-Turm der Welt bauen! Du sollst mir beim Bauen helfen!“

3. Verzweiflung: „Neiiiiiiii—–???? —-nnnnnnnn!!!!! WÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ!!!!!!!“

Vielleicht ist die Dauerparty in unserem Hause ja der Grund dafür, dass ich die meisten Erwachsenenpartys (von Ausnahmen abgesehen) nicht mehr ganz sooo spannend finde?

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Dieser Beitrag wurde eingereicht für den scoyo ELTERN! Blog Award 2017.

Meine Kur. Macht mit bei der Blogparade! #meinekur

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Wart ihr schonmal in einer Mutter- oder Vater-Kind-Kur? Hat es euch dort gefallen? Warum? Warum nicht?

Drei Jahre ist sie jetzt her, meine Mutter-Kind-Kur.

Es gab einige Gründe, warum ich diese Kur unbedingt machen wollte, die da waren:

  1. So eine Kur mit Kind steht einem alle vier Jahre zu – warum nicht abgreifen?
  2. Einige Bekannte, die schon eine Kur erlebt hatten, schwärmten davon.
  3. So ein Kind und die damit einhergehende Verantwortung ist immer ein Grund, um sich fixundfertig, alle und schlapp zu fühlen.
  4. Ich hatte seit der Geburt, wie auch schon vorher, immer an irgendetwas gesessen. Gearbeitet, geschrieben, mich beworben, gemacht. Teilweise für Geld. Teilweise freiwillig. Oft des nachts. Jetzt sollte Schluss damit sein! Jetzt war Erholung dran!
  5. Ich habe seit meiner Kindheit Asthma und diverse Allergien. Ich nehme deshalb täglich Medikamente. Ich bin also zusätzlich belastet. Wenn das kein Grund für einen sofortigen Kurantritt ist, weiß ich auch nicht…

Hier lest ihr, was ich in der Mutter-Kind-Kur gemacht habe. Wie das Miteinander war, welche Anwendungen ich hatte & wie hilfreich die waren. Wie die Kinderbetreuung war, wie wir unsere Freizeit gestalten konnten. Und was diese Quarantäne ist & wie man garantiert eine bekommt.

Blogparade #meinekur

Wart ihr selbst schonmal in einer Mutter- oder Vater-Kind-Kur? Habt ihr ein Blog, auf dem ihr ein persönliches Fazit gezogen habt? Oder hattet ihr ein besonderes Erlebnis auf eurer Kur, das ihr mit uns teilen wollt?

Dann seid ihr bei der Blogparade #meinekur richtig. Verlinkt euren Beitrag unter diesem Beitrag in den Kommentaren! Ganz egal, ob ihr euren Beitrag neu schreibt oder ihr einen älteren Beitrag wieder hervorkramt – was zählt, ist eure eigene Sicht auf die Kur.

Die Blogparade startet ab sofort. Deadline ist der 31. Mai 2017.

Nach der Deadline sammle ich eure Beiträge in einem extra Post, verlinke auf jeden einzelnen Beitrag und versuche, ein Fazit aus dem Sammelsurium eurer Beiträge zu ziehen (Darauf freue ich mich schon!).

Ich freue mich über viele unterschiedliche Sichtweisen! Sagt uns eure Meinung!

Optional, aber toll: Verwendet in eurem Beitrag die Tags #meinekur, gerne auch #mutterkindkur #vaterkindkur und #eb2gether und verlinkt auf diesen Beitrag: https://landfamilie.net/category/mutter-kind-kur/

#eb2gether bedeutet „Elternblogs together“ und ist eine Idee von Frida Mercury aka @2kindchaos.

Nicht selbstverständlich

Wenn die Wohnung unbewohnbar wird. Mit der Familie auf Zwischenstation

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2012. Mit der Familie auf Zwischenstation.

Was macht man, wenn die eigene Wohnung plötzlich nicht mehr bewohnbar ist? Wenn man schon so groß ist, dass man dann nicht mehr alles schnell in zwei Kisten und zwei Koffer schmeißen kann und ab zu den Eltern? Was ist, wenn man schon ein Kind hat?

2012 standen wir an diesem Punkt. Mein Mann und ich hatten drei oder vier Jobs. Mies bezahlt, aber noch mit einem Bein in der Uni, da nimmt man das ja in Kauf.

Wir wohnten auf einer Baustelle. Monat für Monat versanken wir tiefer in Lärm und Schmutz. Schließlich waren wir die einzige Wohnung im Haus, die noch bewohnt war und die Bauleute renovierten um uns herum. Wände fielen. Manchmal gab es nur Campingtoiletten. Über allem lag eine feine Staubschicht, wie in der Wüste.

Im Sommer machte es Spaß, durch die ganzen leeren Wohnungen zu rennen, die keine Türen mehr hatten.

Im November machte das keinen Spaß mehr. Das war, als wir eines Tages nach Hause kamen und keine Heizung mehr hatten. Unser Schornstein war komplett abgedichtet worden, es gab keinen Abzug für die Öfen mehr. Absicht der Bauleute? Ein Versehen? Weiß man’s? Damit wir keine Rauchvergiftung erleiden, hatte der Schornsteinfeger die Öfen einfach abgedreht.

Wir verpackten unsere Möbel in Plastikfolie, um sie vor dem grauen Putz- und Eisenstaub zu bewahren. Dann fuhren wir erstmal zu meinen Eltern und blieben dort. Tag um Tag verstrich. Irgendwann war das zu viel. Zu viele Leute in einer kleinen Wohnung, zu viele ungeklärte Fragen. Wir mussten wieder raus.

Was nun? Wir gingen alle Optionen durch. Wen anrufen? Wo schlafen? Zu Dritt? Zurück in die Staubwohnung?

Ein oder zwei Tage später hatten wir eine Bleibe. Mein Mann hatte unseren Freund angerufen. Der steckte gerade mitten im Umzug und zahlte noch die Miete in seiner alten Wohnung. Wir konnten sofort dort unterkommen, für einen geringen Betrag, den wir ihm überwiesen.

Unser Freund hatte gerade geheiratet und war bei seiner Frau eingezogen. Für seine Möbel war bei ihr kein Platz. Also ließ er erstmal alles so stehen, wie es war. Wir konnten unsere Kleidung in seinen halbleeren Schrank hängen, unsere Wäsche bei ihm im Flur trocknen, seine Tische zum Essen und Arbeiten nutzen. Sogar eine eigene Festnetznummer und WLAN hatten wir.

Es kam ein kalter Winter. Wir hatten es immer warm und trocken. Während wir auf unseren neuen Mietvertrag und auf den neuen Job warteten, der endlich ein Einkommen versprach, kam Weihnachten. Wir kauften einen kleinen Weihnachtsbaum. Als wir auf eine Weihnachtsfeier gingen, blieb unsere Tochter zu Hause (ja, es fühlte sich schon wie ein echtes Zuhause an!) und backte mit der Babysitterin Zimtsterne.

Auch sonst war alles wie immer. Wir vermissten nichts. An Fasching zogen wir um.

Auch, wenn unser Freund jetzt sagt, das wäre doch selbstverständlich, und er habe schließlich ein wenig Geld dafür bekommen, entgegne ich: Das war es für uns nicht. Es war ein Geschenk. Geschenke, die die dringendsten Bedürfnisse stillen, fühlen sich niemals selbstverständlich an.

Alles Gute zum Geburtstag, lieber Freund.

Dieser Beitrag ist im Juni 2017 in der Anthologie „GASTFREUNDSCHAFT“ erschienen. Kost nix. Erhältlich als Ebook bei ORBANISM PUBLISHING. Dazu eine Mail schreiben an cf at orbanism com.

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Wer geht einkaufen?

„Gehst du heute einkaufen?“

„Okay. Wenn du einen Einkaufszettel machst.“

Eine viertel Stunde später.

„Hier ist der Einkaufszettel. Als Foto per WhatsApp.“

„Wo ist mein Handy? Ach hier, hoffentlich reicht der Akku. Jetzt fahre ich erst zur Arbeit, dann zum Supermarkt, dann die Kinder abholen.“

Zwei Stunden später. Per SMS:

„Habe noch was vergessen. Bring bitte Tomaten mit, aber nur die, die ich mag! Und wenn du noch vor 12 zum Metzger kommst, wäre das super! Bring Hackfleisch mit, aber nicht mehr als 300 Gramm! Und wenn du bei dm bist, Mülltüten! Aber nur wenn die auch einen Griff haben!“

Eine halbe Stunde später. Am Telefon:

„Du, ich habe jetzt noch ein Treffen, ich schaffe es gerade so, die Kinder abzuholen, aber aus dem Einkauf wird nichts.“

„Dann fährt einer von uns nachmittags nochmal los.“

„Ich muss gleich wieder nach A und B heute. Leider.“

„Also ich kann nicht fahren, ich habe gerade kein Auto, wie du ja weißt.“

„Brauchen wir die Sachen überhaupt?“

„Welche Sachen?“

„Na den Einkauf.“

„Achso. Nee, heute noch nicht. Aber morgen wird es dann knapp.“

„Dann reicht es ja, wenn wir morgen einkaufen.“

„Stimmt. Nur Brot haben wir dann morgen früh nicht mehr viel.“

„Ach egal, wir essen morgen früh einfach Brei. Das mögen die Kinder. Dann gehen wir eben morgen einkaufen.“

„Perfekt. Bis später…“

——

Auslöser für meinen Beitrag heute ist eine rege Diskussion auf Patricias Blog dasnuf.de, die sich darum dreht, wie man mit Apps, elektronischen Kalendern, Organizern, etc. sein Familienleben optimieren kann.

Unter den Kommentatoren gibt es total abgefahrene Ordnungsfreaks, das kannst du dir nicht ausdenken.

Da wird getimet, gesharet und synchronisiert und dann auch wirklich umgesetzt – nur das Nägelschneiden der Kinder wird ohne vorherige Terminierung erledigt. Also, angeblich.

Manche schreiben in ihre Kalender: Alle 3 Monate Rauchmeldertest durchführen. Angeblich.

Ehrlich, braucht ihr dafür einen Kalender?

 

Die Jüngste wird 1

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Wegnehmen, sich anbrüllen, schubsen, im Chaos versinken. Bruder (2) mit Schwester (hier noch 6 Monate)

Liebe Jüngste,

du wirst jetzt 1, dabei bist du doch noch so klein.

Du bist von uns allen die, die am meisten zu uns dazupasst.

Du bist Meisterin darin, den Vibe in jeder Situation zu erkennen und darauf zu reagieren.

Wenn dein großer Bruder, nur wenig älter als du, weint und Trost braucht, verziehst du nur dein Mündchen und sparst dir deine Tränen für später auf. Nie spielst du dich in den Vordergrund, du schreist niemals unnötigerweise und dir bereitet nichts Probleme.

Wie du dich bemerkbar machst

Wenn du willst, dass sich jemand um dich, nur um dich kümmert, hast du keine Hemmungen, dich bemerkbar zu machen.

Zum Beispiel: Nach drei Stunden wildem Spielen mit den großen Geschwistern wirst du hungrig. Dann robbst du weinend durch die ganze Wohnung und machst nicht eher Halt, bis du weinend und robbend bei meinen Füßen angekommen bist und mich am Hosenbein ziehst.

Oder du möchtest, dass dein Papa bitte mit dir spricht und nicht mit jemand anderem. Jedes Mal, wenn er einen Satz beginnen will, fährst du ihm mit einem lauten Aufschrei dazwischen, bis er sich endlich dir zuwendet. Dann sagt du, ganz sanft: „Ba-Ba!“

Was du schon alles kannst

Immer wieder fragen mich Mamas mit Einzelkindern, was du schon alles kannst.

Dabei fällt mir auf: So im Detail wissen wir noch gar nicht über dich Bescheid.

Ob du dich schon drehst? war eine der Fragen vor etwa einem dreiviertel Jahr. Hm… wusste ich es? Ich war unsicher und sah dir beim Spielen genauer zu. Dabei bemerkte ich, du konntest dich ja schon drehen, ziemlich gut sogar, als hättest du das schon öfter gemacht.

Und wann du immer so ins Bettchen gehst, wie viele Stunden du schon schläfst? fragten die anderen. Hm… mal so, mal so, war meine Antwort. Und dabei ist es bis heute geblieben.

Was Einzelkinder bekommen

Vor sieben Jahren haben wir mit deiner großen Schwester (damals ein Einzelkind) alles, aber auch einfach alles optimiert. Immer in Bewegung sollte sie sein und Spielplätze lieben. Also packten wir sie ab dem Alter von 7 Monaten in jede Babyschaukel unseres Viertels, schubsten sie stundenlang an und ergötzten uns an ihrem Gegluckse. Wir zogen daraus den Schluss: Unsere Tochter ist eine geborene Schauklerin, gut, dass wir ihr das schon so früh bieten! Nicht auszudenken, was gewesen wäre, hätten wir mit der Schaukelei erst später angefangen.

Auch Bücher lesen und sprechen lernen, das sollte deiner großen Schwester ganz leicht fallen. Also setzten wir uns ab dem Alter von 10 Monaten regelmäßig mit ihr hin und gingen Tier für Tier im Pappbilderbuch durch. Wie macht die Kuh, wie macht die Ente, wie macht das Schwein? Und nur Minuten später fingen wir wieder von vorne an, wie macht die Kuh, wie macht die Ente… Mit dem Resultat, dass sie ganz schnell alle Tiergeräusche nachmachen konnte, und wir, ihre Eltern, vor Erschöpfung und auch ein bisschen vor Langeweile vom Stuhl fielen.

Was du bekommst

Dich haben wir bislang zweimal in eine Schaukel gesetzt. Du fandest es toll. Wir haben bislang auch einmal mit dir ein Buch gelesen. Das war beim Inhalieren, zur Ablenkung. Gackgack, Wauwau, Ball, sagte ich. Du antwortetest sofort mit Gaga, Wawa, Ba. Dann wolltest du das Buch lieber ablutschen und ich hatte sowieso keine Lust, noch weiter darin herumzublättern. Seither habe ich auch nicht nochmal überprüft, ob du diese süßen Worte immer noch kannst.

Um den ständigen Trubel um dich herum besser zu verkraften, die rücksichtslosen Bobbycar-Rennen, die Besuchskinder, die Spielzeugwälder um dich herum, ziehst du dich gerne ein wenig in dich zurück. Dabei nuckelst du an zwei Fingern und beobachtest.

Warum du an einem Abend mal ohne Nuckeln eingeschlafen bist

Einmal haben wir einen Mutter-Tochter-Abend gemacht. Ich war mit dir bei einem Konzert, das sehr familienfreundlich war. Es gab einen Bereich, in dem man während der Darbietungen etwas essen, trinken, herumlaufen und sitzen konnte. Ich trug dich eine Stunde lang dort herum, ließ dich krabbeln, zeigt dir die Menschen, spielte mit dir. Dann wurdest du müde und ich holte den Kinderwagen, in dem ich dich eine Weile herumschob, bis du eingeschlafen warst.

Kein einziges Mal an diesem Abend hast du nach deinen beiden Nuckelfingern gesucht, nicht mal zum Einschlafen. Denn an diesem Abend warst du einmal nicht in der Rolle der Beobachterin. Du warst ganz im Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit, etwas, das du an den anderen Abenden nicht selbstverständlich bekommst. Das hat dich anscheinend so beruhigt, dass du an diesem Abend das Nuckeln nicht mehr gebraucht hast.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Vor nicht allzu langer Zeit wurde dein Bruder ein Jahr alt. Das habe ich damals geschrieben.

Fifferlotta: Kindermode aus dem Schwarzwald

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Landkind im Schlafanzug von Fifferlotta

Gleich vorweg: Nein, das hier ist keine Werbung oder sonstige Kaufempfehlung. Ich zeige euch hier nur das Unikat eines sehr, sehr schönen (wunderschönen!) weichen!!! Schlafanzugs für Kinder, der vom Stoffeinkauf bis zur letzten Naht in Baiersbronn / Nordschwarzwald hergestellt wurde.

Es ist ja nicht so, dass sich hier im dunklen Tal eine ausgewachsene Näh- oder gar Modeszene treffen würde. (Wobei, ein paar Täler weiter gibt es das Label Waldwerk. Waldwerk hat auch Sachen für Kinder, und zwar Hoodies und T-Shirts mit Schwarzwald-Optik. Ja, und auch auf Artwood lohnt es sich, herumzustöbern, hier gibt es Oberbekleidung für Erwachsene und Kunstfotografie. Und vor allem für Mütter von Babys interessant ist Mania Stillschal – eine Kreation aus Freudenstadt.)

Aber eigentlich werkeln wir hier auf dem Land alle nur so vor uns hin, nach Feierabend, an Samstagen, und häufig wird dabei das eigene Haus instand gesetzt oder für die Familie genäht.

Die Kindermode von Prisca Irmscher geht da einen Schritt weiter.

Freunde und Freundevonfreunden sind begeistert von Priscas Nähkünsten. Zu Recht. Immer wieder bekommt Prisca Anfragen nach neuen Stücken wie Hosen, Mützen, Lätzchen, Pullis, Kleidchen, Krabbelschuhen aus Leder, Windeltaschen, Wickelunterlagen, Schlüsselanhängern und Einkaufswagenchiptäschchen. Und „wenn’s die Zeit erlaubt, nähe ich auch Taschen für Muddi“, sagt Prisca, die selbst zwei Kinder, zwei Jobs und einen Hund hat.

Priscas Hobby-Label trägt den sehr süßen Namen „Fifferlotta“. Ein Name, der wie Prisca aus einem dunklen Graubündener Tal in der Schweiz stammt: „Fifferlotta“ bedeutet dort nämlich „Lausemädchen“. Ich habe mich sofort verliebt!

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Fifferlotta steht für Mode, die den Alltag von Müttern und Babys hübscher und bunter macht – und dabei praktisch bleibt.

Stoff: Tipp-Tapp-Stoffe aus Baiersbronn / Obertal
Wer an weiteren Unikaten von Fifferlotta interessiert ist, schreibt einfach der Prisca: prisca.irmscher@email.de.

Wenn es eine interessante Mode-Entwicklung im (Nord-) Schwarzwald gibt, von der ich noch nicht gehört habe (und das ist ziemlich wahrscheinlich), schreibt hier einen Kommentar hin! Ich werde gerne berichten, sofern es um Mode für Kinder oder Eltern geht.

Dieser Beitrag enthält keine Werbung. Ich schreibe über das, was mir gefällt ohne Gegenleistung, und setze Links auf Webseiten, wie es mir gerade passt.