Was man auf dem Land alles machen kann

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Wir haben beim Spaziergang eine Baggerschaufel gefunden und spielen jetzt erstmal eine Viertelstunde lang darin.

Was kann man auf dem Land machen? Was kann man mit Kindern auf dem Land machen? Wie ihr seht, wird es hier uns kein bisschen langweilig (okay, meistens)!

Auf dem Land kann ich…

  • …meine vier Kinder plus fünf Besuchskinder auf der Ladefläche eines Unimog herumkutschieren.
  • …für die 20 Schulkinder einen Doppeldecker-Reisebus für 150 Personen inkl. Videoleinwand und Espressomaschine  einsetzen (weil gerade kein Bus in angemessener Größe vorhanden ist).
  • …mangels Spielplätze einen eigenen bauen mit drei Rutschen und acht Schaukeln. Und zwei Baumhäusern, die die Kinder selber dazubauen.
  • …mein Auto hochbocken, drunterkriechen und feststellen, dass man das auch alles ohne Werkstatt machen kann.
  • …nach Feierabend meine Pferde von der Koppel holen, nach den Bienen sehen und mir einen selbstgebrannten Apfelschnaps genehmigen.
  • …bei jedem leisen Schneefall zwei Stunden Grundstück freischippen.
  • …den Kindern ein Legozimmer, ein Playmobilzimmer, einen Turnraum und ein Musikzimmer zur Verfügung stellen.
  • …für die Kinder ein Zelt aufbauen und einen Wasserspielplatz, alles Lego und Duplo ausleeren und aufbauen, fremde Gäste beherbergen, und das alles gleichzeitig und ohne sich dabei auf die Zehen zu treten.
  • …im Sommer auf dem Heuboden schlafen. Oder im Garten. Oder im Wald.
  • … meine Kinder endlos draußen spielen lassen, während langsam Mond und Sterne aufgehen.
  • …zusehen, wie meine Kinder den Nachmittag mit einem Fußballmatch beginnen, dann doch lieber eine Wasserschlacht machen, dann eine Fahrradtour, dann eine Unterholz-Expedition, um danach in der Werkstatt abzuhängen und was zusammenzuhämmern.
  • …meine Kinder zur Tagesmutter bringen, danach in den Wald fahren und als einziger Mensch weit und breit um 9 Uhr früh Langlaufski fahren.
  • …bei schlechtem Wetter vergeblich nach Indoorspielplätzen, Kletterhallen, Cafés mit WLAN und Kinderspielecke googlen, abwinken und die Kinder vor den Laptop setzen.
  • … nach Monaten, in denen kulturell, kunst-, konzert- café- und partymäßig nichts, aber auch gar nichts passiert ist (außer vielleicht ein paar Schülerkonzerten), abwinken und mich vor den Laptop setzen.

Wir haben heute gebaut. Oder: die Geburt des Röter Hockers

Der Röter Hocker ist dem Berliner Hocker nachempfunden und ist gleichzeitig Regal, Stauraum und Babystuhl.

Heute ist Geburtstag des Röter Hockers. Die Welt ( = unser Balkon) hat darauf gewartet.

Ich muss gleich vorwegschicken: Das hier ist KEIN DIY-Blog. Ich bin in DIY-Dingen ungefähr so bewandert wie Andrea Harmonika. Ich kann Bilder aufhängen und Knöpfe annähen. Aber schon beim Aufnähen von Flicken oder beim Bügeln von Bügelperlenschmuck (ja, mit Kindern ist BEIDES leider regelmäßig notwendig) muss ich passen.

Das ist mir peinlich, gilt es doch heutzutage, Babymützen mit Hilfe von Skistöcken zu stricken, Marmeladen aus Wildkräutern zu kochen, die nur auf dem Mars wachsen, echten Perlenschmuck aus Beton zu gießen und beliebte Disneyfiguren naturgetreu aus Popcorn nachzubacken, wenn man nicht als völlig ahnungslos gelten will.

Zum meinem Glück kann ich jetzt auf den Landfamilien-Vater verweisen, der sich weder etwas aus dem Umgehen von Trends macht, noch mit zwei linken Händen geboren wurde wie ich.

Und so hat er heute in Anlehnung an den „Berliner Hocker“ von Van Bo Le-Mentzel den „Röter Hocker“ kreiert und gleich fünf Stück davon in Serie angefertigt. Für meinen Mann eine Kleinigkeit, die er mal eben erledigt, während er auf die Kinder aufpasst. Es gibt eben Dinge, die werde ich nie verstehen.

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Auf Hartz IV Möbel heißt es:

„Der Berliner Hocker ist die kleinste Einheit der Wohnung und soll dem Stadtnomaden ein treuer Begleiter durch den Großstadtdschungel sein.“

Analog dazu ist der Röter Hocker

„ein in seiner Zeit verhaftetes Möbelstück, das sich durch seine Holzbeschaffenheit nahtlos in den dichten Baumbestand des Nordschwarzwalds einfügt und somit bequem auf dem Balkon untergebracht werden kann.“

Groß und Klein kann darauf sitzen, er kann aber auch als Kaffeetisch, Regal und Stauraum genutzt werden.

Nach getaner Arbeit kann man es sich auf dem Röter Hocker sofort bequem machen.

Nach getaner Arbeit kann man es sich auf dem Röter Hocker sofort bequem machen.

Für den „Röter Hocker“ (5 Stück) braucht man:

  • 15 quadratische Holzplatten, Kantenlänge 40 cm
  • 5 rechteckige Holzplatten, Kantenlänge 38,2 x 40 cm
  • 50 Holzschrauben, 40 x 4,5 mm

Das Holz kann man im Baumarkt ohne Verschnitt zuschneiden lassen, wenn man 4 Standard-Leimholzbretter à 40 x 200 cm nimmt. Kosten (ohne Schrauben) etwa 40 Euro.

Viel Spaß beim Nachbauen.

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