Auf ein ehrlicheres 2017. Mit Rotwein, vielleicht

p1100779_web

Authentisches Kinderzimmer mit selbst gebautem Bett (nicht von mir) und selbst gebastelter Qualle (nicht von mir). Der Rest: IKEA und ALDI.

Kurz vor Adventsbeginn. Auf Twitter geht es hoch her. Ein Thema unter Elternbloggerinnen, was nicht nachhaltig genug diskutiert werden kann, heißt: Adventskalender selber basteln, YES or NO?

Entscheidet man sich für das Basteln, hat man eine Menge zu tun. Je nach Größe der Familie benötigt man 24, 48 oder sogar 96 Geschenke, die man wochenlang liebevoll aussucht und in selbstgemachte Tütchen / Boxen / Strümpfe füllt.

„Man“? – Achnein, das machen doch immer nur die Mütter, oder???

So oder so ähnlich äußert sich zum Adventskalenderbasteln die Bloggerin, Schriftstellerin und Mutter Frau Ruth, die ich dank der Verlinkung von dasnuf kennengelernt habe.

Frau Ruth scheint den Nagel auf den Kopf getroffen zu haben. In ihrer kleinen Geschichte geht es um nicht viel, außer, nunja, den Frust, den frau verspürt, wenn sie nachts alleine im Wohnzimmer rumsitzt, den Bastelkleber in der Hand und noch soooo lange basteln muss, damit kind am nächsten Morgen oder nächste Woche vor Freude Luftsprünge macht, aber über was freut sich denn da das Kind, nunja, es ist ein böser, kapitalistischer ADVENTSKALENDER, es sind vieleviele Geschenke, möglichst klein, möglichst billig, damit sie in die 24 Taschen des Adventskalenders passen, und was lernt das Kind dabei: es gibt jeeeeden Tag ein Geschenk, juhu!, also: nichts.

Dieses Bild einer übernächtigten Mutter, die alles lieber möchte, nur nicht „Zwangsbasteln“, traf in der online-Elternschaft auf sehr gemischte Gefühle. Von Annas Bastelverteidigung und Adventsliebe bis hin zur adventsmüden Rike war alles dabei.

Ich fand alle Reaktionen lustig und wichtig. Sehr nachdenklich hat mich allerdings die kluge Frau Brüllen gestimmt. Sie hat gestern eine lange Liste auf ihrem Blog veröffentlicht.

Eine Liste, die all jene Punkte anspricht, die man online besser nicht zugibt.

Damit ist der #Adventskalender nur ein Synonym für vieles, was in Online-Elternkreisen nicht kritisiert werden darf. Und auch wenn mir jetzt einige eine virtuelle Bastelschere an den Kopf schmeißen: Ja, das ist wirklich so.

Nicht in meiner realen Welt übrigens. Ich bastele und backe kaum. Aber ich habe viele einmalige Freundinnen, die für ihr Leben gerne basteln und stricken, Pflanzen ziehen, Seife herstellen, Quilts oder Taschen nähen, backen und vieles andere mehr. Das ist toll. Ich habe noch nie gedacht, eine meiner Freundinnen möchte mich mit ihren Back-, Bastel- oder Sangeskünsten dazu auffordern, es so zu machen wie sie.

Wenn meine Freundinnen mir stolz ihre Ergebnisse präsentieren – und da sind wirklich tolle Sachen dabei, von Hochzeitskleid bis Studioaufnahme – dann freue ich mich total mit ihnen darüber, was sie da geschafft haben. Gar nicht, weil sie Kinder haben. Haben auch gar nicht alle. Sondern weil sie es können. Weil sie mehr von den Abenden erwarten als einfach nur tot vor der Glotze rumzuliegen. Weil sie sich und andere beschenken wollen. Weil sie kapiert haben, wie man wertschätzt.

Völlig abgesehen davon, dass sie Brauchbares mit ihren Händen schaffen können, sind meine Freundinnen vor allem eines: Menschen. Ich nehme meine Freundinnen nicht über das (oder wegen dem) wahr, was sie alles mit Nadel, Fotoapparat und Mikrofon herstellen können. Ich weiß Dinge über sie, die weiß das Internet nicht. Und das, was ich über sie weiß, hat in der Regel kaum was mit den Dingen zu tun, mit denen sie sich gerne umgeben.

So ist das im realen Leben. Online ist das ein wenig anders.

Die selbstgebauten Betten, selbstgeschlungenen wunderschön bedruckten Tragetücher, selbstbefüllten Brotboxen und selbstgebackenen Kuchen und Cupcakes sind online meist das einzige, was ich von einer Person kenne.

Das stört mich.

Es geht um Kuchen, von denen ich nicht abbeißen kann. Um Bilderbuchgeburtstage, zu denen meine Kinder nicht eingeladen sind. Um Frühstücksboxen, die gerade frisch gefüllt wurden und mit einem Fotofilter versehen, der das Gemüse noch knackiger aussehen lässt, aber NIE ein Bild davon, wie diese Dose aussieht, wenn die mittags wieder in Mamas Küche landet. Und bei alldem wird mir suggeriert: so könnte es doch bei dir auch aussehen, wenn du nicht so faul wärst oder die falschen Prioritäten hättest. Oder??? ODER?????

Zwei Dinge sind es, die mich nach dem Betrachten all dieser Blogs häufig stumm zurücklassen:

Erstens, diese schönen Dinge sind gar nicht für mich da. Auch, wenn das ganze so präsentiert wird.

Zweitens, diese schönen Dinge sind Teil einer IMMER! positiven Selbst-Inszenierung.

Zur positiven Selbst-Inszenierung gehört die Erzählung vom schönen, guten Familienleben. Das erst schön und gut ist, seit alle im Familienbett schlafen. Seit man schmerzfrei gebären gelernt hat – #hypnobirthing. Seit man das Baby #breifrei und #windelfrei großzieht. Seit man #vegan, #glutenfrei, #paleo lebt. Seit man die Kinder #unerzogen und #selbstbestimmt machen lässt, worauf diese gerade Bock haben (und NIEMALS, NIEMALS „nein“ sagt oder gar schreit (pfui, des Teufels!).

Das wäre ja eigentlich noch OKAY, wenn man nicht immer wieder erleben würde, dass sich auf Blogs und auf Twitter nur ganz selten Mütter etwas zu sagen trauen, die zum Beispiel… Stillen öde finden und dazu stehen. Babys mit sich rumtragen solala finden und ihre Haltung dazu nicht revidieren wollen. Kinder alleine in ihrem Zimmer lassen voll in Ordnung finden. Veganes Essen zwar mögen, aber genauso gerne Fleisch und Zucker und Fett, und das auch auf Kleinkindertellern. Mütter, die zugeben, dass sie wieder fix und alle waren und ihre Kinder laut angeschrien haben (und zwar täglich!). Mütter, die… ach lassen wir das.

Für 2017 nehme ich mir jedenfalls vor, die ganzen kunstvoll aufgenommenen und veredelten Bilder, die Ideen, und auch die Ideologien, die auf einigen Elternblogs kursieren, mehr als das zu nehmen, was sie sind: ein Teil der Selbst-Inszenierung. Ich nehme mir vor, einfach zu vergessen, es könnte dabei um Authentizität gehen. Das ist nicht negativ gemeint. Klar sind wir alle super-authentisch. Wenn wir alleine sind, mit unseren Freunden, oder in unserer Familie. Aber online nicht.

Hier nun meine Liste der ungeschriebenen DON’Ts! nach dem Vorbild von Frau Brüllen. Triggerwarnung: Nachmachen könnte zu brüllenden, stinksauren Kindern sowie Krankheiten und Verletzungen bei allen Familienmitglieder führen.

Auf ein freakigeres, toleranteres Miteinander mit bitte nur noch 50% Authentizität. Auf ein ehrlicheres 2017. Mit Rotwein, vielleicht. *lach*

  1. Ich hatte einen Kaiserschnitt und zwei normale Geburten.
  2. Wir schlafen nicht im Familienbett.
  3. Alle Kinder sind geimpft.
  4. Ich habe alle drei Kinder gestillt, die Älteren bis sie 1 Jahr alt waren. Die Jüngste mal sehen.
  5. Ich habe nicht wahnsinnig gerne gestillt, aber es war praktisch.
  6. Ich habe gelesen, langes Stillen senkt das Allergierisiko, woanders steht, das sei Quatsch und jetzt weiß ich auch nicht.
  7. Alle drei Kinder bekommen/ bekamen ab etwa 5 Monaten Fertigbrei aus dem Gläschen, bis sie am Tisch mitessen konnten.
  8. Nachdem ich die Kinder abends in ihre Betten gebracht / gelegt habe, gehe ich aus dem Zimmer. Und komme nur dann zurück, wenn etwas wirklich Schlimmes ist.
  9. Wenn die Kinder wieder angerannt kommen, weil sie noch nicht schlafen können, schicke ich sie dorthin zurück, wo sie herkommen.
  10. Ich habe keines der Kinder getragen. OK, wir haben eine Trage, die meistens mein Mann benutzt. Wir hatten auch mal ein Tragetuch. Das habe ich verkauft oder verschenkt, weil das Gewickel so lästig war. Ich habe keine Ahnung, welche Marke das Tragetuch hatte.
  11. Wir haben einen Kinderwagen. Darin kann man Kinder 2 oder 3 Jahre lang schieben.
  12. Ich habe alle drei Kinder mit babylove Windeln von dm gewickelt.
  13. Ich habe die Jüngste mal versucht mit Stoffwindeln zu wickeln, die alte Methode mit Wickeln, Krempeln, Knoten. Nach 1 Versuch bin ich zu den Wegwerfwindeln zurückgekehrt.
  14. Alle unsere Kinder waren (oder kommen) ab 1 Jahr in die Krippe oder zur Tagesmutter.
  15. Ich kann nicht stricken, nicht häkeln und so gut wie nicht nähen. Ich kann auch nicht sägen, stanzen, ausschneiden und kleben.
  16. Ich kaufe alle Kinderkleidung auf dem Flohmarkt, bei ALDI, dm, H&M und C&A. Ich lasse mir aber auch gerne welche schenken.
  17. Ich bügle nichts, außer meine Blusen und Bügelperlenbilder.
  18. Unsere Kinder dürfen Schokolade und Nutella, Pommes und Gummibärchen essen.
  19. Unser Schulkind bekommt in die Schule gerade so viel zu Essen mit, dass wir der Lehrerin keinen Anlass zur Sorge bereiten. Also in dem Fall keine Süßigkeiten, kein Nutella, aber auch nicht gar nichts. Es gibt meist Marmeladenbrot in einer No name-Plastikbox und Wasser in einer Glasflasche. Das bringt sie Mittags meist alles unangetastet wieder zurück.
  20. Unser Kind geht auf die naheliegende Dorfschule.
  21. Babyschwimmen und Pekip muss nicht sein. Aber sobald Kinder eigene Interessen entwickeln, bin ich dafür, diese zu fördern. Unsere 7-Jährige hat in Kursen Flöte, Klavier, Fußball und Schwimmen gelernt oder lernt noch.
  22. Ich war schon jeweils vor den 1. Geburtstagen abends weg, ohne das Baby mitzunehmen.
  23. Schwanger trinke ich Kaffee, oder, wie meine erste Gynäkologin sagte: „Mehr als 5 Tassen am Tag sollten Sie nicht trinken.“
  24. Stillend trinke ich Kaffee und mit dem dritten Kind sogar Alkohol.
  25. Ich senke Fieber spätestens ab 38,5 Grad mit Nurofen oder Benuron.
  26. Meine Kinder bekommen Antibiotika, wenn es sein muss.
  27. Manchmal machen wir 4 Wochen lang nicht sauber. Es mag einfach niemand putzen.
  28. Wir machen unsere Betten nie.
  29. Ich backe nie Kuchen, außer zu Anlässen wie Geburtstag und Einschulung.
  30. Wenn ich Muffins backe, bekommen sie maximal bunte Streusel. Aber kein Topping.
  31. Ich mag Kindergeburtstage nicht, weder Planung noch Durchführung liegen mir. Aber ich mache das.
  32. Meine Kinder wollen (müssen) meine Musik mithören. Sie lieben laute Musik, besonders auf Autofahrten. Dafür muss ich dann auch ihre Hörspiele mithören.
  33. Wir waren mit unserer Größten drei Mal auf einem mehrtägigen Festival.
  34. Auf Autofahrten in den Urlaub halten wir nicht unbedingt bei jeder Träne an. Unsere Kinder heulen manchmal lange im Auto, ungeachtet der Tatsache, dass sie vom Prinzip her sehr gerne Auto fahren.
  35. Wir sind mal ein halbes Jahr ohne TÜV gefahren und das Auto ist nicht unter unseren Hintern zu Schrott zerfallen.
  36. Ich bin nach dem Autositz für 2-3-Jährige gleich auf eine Sitzschale umgestiegen, ohne Kopfstütze.
  37. Ab dem Sitzschalen-Alter nehme ich Kinder notfalls auch komplett ohne Sitz mit, wenn gerade keiner da ist.
  38. Ich habe ausschließlich gebrauchte Autositze und keine Ahnung, ob sie noch TÜV haben und wie man das überprüfen könnte.
  39. Aber bei der Airbag-Warnung für Maxi Cosys, da bin ich konsequent.
  40. Außer bei Autos, die keinen Airbag haben. Da schnalle ich ein Baby auch verkehrtherum auf dem Beifahrersitz an.
  41. Wir haben zwei Autos.
  42. Wir fahren auch mal mit dem Rad. Wir Eltern tragen dabei keine Helme.
  43. Wenn eines meiner Kinder gerade im Kleinkindalter ist und es will um alles in der Welt „da hoch“, „da rüber“, „nicht das“, „noch bleiben“ etc., dann kann es vorkommen, dass ich es festhalte, damit es meinen Weg einschlägt und wenn das nichts bringt, trage ich das strampelnde und brüllende Kind einfach fort und brülle manchmal auch zurück.
  44. Meine Kinder dürfen ab dem 1. Schultag alleine zum Schulbus laufen. Bislang waren aber immer andere Kinder mit auf dem Weg.
  45. Wir essen Fleisch und Weizen und Milchprodukte.
  46. Wir kochen etwa alle drei Tage von vorne wieder dasselbe.
  47. Wir kaufen unser Essen meist im Discounter, obwohl wir wissen, dass es Besseres gibt.
  48. Ich schminke mich fast nie.
  49. Ich habe Kontaktlinsen, bin aber morgens immer zu müde, sie einzusetzen. Also Brille. Kein Foto.
  50. Unsere Kinder müssen keine Frisuren tragen, aber gekämmt müssen sie sein. Kein Foto.
  51. An Fasching fragen wir unsere Kinder, als was sie sich verkleiden wollen. Wenn ihnen nichts einfällt und sie nichts dagegen haben, bekommen sie ein paar Striche Schminke ins Gesicht. Kein Foto.
  52. An Ostern suchen unsere Kinder Ostereier aus Schokolade.
  53. An Nikolaus bekommen unsere Kinder Kleinigkeiten in ihre Schuhe.
  54. An Weihnachten gibt es einen kleinen Weihnachtsbaum und (aus Elternsicht) viel zu viele Geschenke für die Kinder.
  55. Ja, und ich bastele Adventskalender nicht. Ich kaufe welche bei ALDI. Mit Schokolade.

Mit dem Anderthalbjährigen sprechen aka WMDEDGT

Was machst du eigentlich den ganzen Tag (WMDEDGT), wenn du sehr erkältet bist, trotzdem nicht schlafen konntest und dir jetzt ein Tag bevorsteht, an dem du außer mit einem Anderthalbjährigen vermutlich mit niemandem reden wirst?
Richtig, du schläfst erstmal so etwas ähnliches wie aus. Das Kind hatte im Gegensatz zu dir einen seligen Schlummer. Beneidenswert. Es findet eine Fahne, sagt Nane oder so etwas und läuft bis zum Frühstück naneschwenkend durch die Wohnung.
Dann will es Banane (Nane) und Brot  (Gob), bekommt zudem noch ein Müsli, dann sagt es satt und Bürste und Schrubbschrubb, es sagt übrigens beim Klatschen auch Klappklapp und bei Pferden Tripptrapp und bei Mäusen Kribbelkrabbel, wie ein geborener Entertainer für Anderthalbjährige.
Dann ziehen wir Diebel an, Gummistiefel, es regnet nämlich seit zwei Tagen.
Wir sind zwei Stunden zu spät bei der Tagesmutter, aber das macht nichts. Hauptsache, ich bin pünktlich beim Abholen. Ich werde mich einfach nur mit Bonbons ins Bett legen und den Vormittag verschlafen, nehme ich mir vor. Alles was mit Arbeit zu tun hat, muss heute warten.
Nach nur vier Stunden hole ich den Kleinen wieder ab. Er lacht und sagt guckguck und ba-bau, weil er gerade mit Duplo baut. Mit Diebeln gehen wir raus zum Brunnen, das Wasser testen. Es ist nass (nan), wie zu erwarten war.
Zu Hause muss es unbedingt wieder Nane und Gob sein, und dann „an“. Ich soll also die batteriebetriebene Eisenbahn fahren lassen. Das beschäftigt ihn etwa eine halbe Stunde. Große Trauer um die Bahn, als ich sie wieder abstelle.
Um ihn, der schon den 3. Tag tapfer ganz ohne seine geliebte Schwester ausharrt, zu überraschen, fahre ich mit ihm ins Spielhaus. Das ist eigentlich nur für Touristen, die gerade ohne ihre Kinder was machen wollen, oder die genug vom Skifahren, vom Wandern oder schlechten Wetter haben. Im Spielhaus sieht es aus wie in einem Kindergarten. Es gibt eine Legoecke, eine Kissenecke, eine Ecke mit Kleinkindspielzeug, eine mit Spielzeug für größere Kinder, Tische mit Brettspielen, eine Rutsche und eine Turnmatte, sowie bunte Becher, in denen die Kinder sich ein Getränk in einer undefinierbaren grauen Farbe einschenken können, vermutlich Tee. Die Überraschung geht auf: der Sohn findet alles klasse. Aber er kommt auch genauso bereitwillig wieder mit zum Auto. Einjährige sind toll.
Zu Hause gibt es aufgewärmte Pizza. Die Pizza ist heiß. Die Pitta ist hatt. Trotzdem beeilen wir uns mit dem Essen, wir sind nämlich spontan von der Dame des Hauses zum Musizieren geladen worden. Die Mutter der Vermieterin, die ein Klavier in ihrem Salon hat und regelmäßig ihre große Familie einlädt, mit ihr zu spielen. Dass auch wir klassische Instrumente spielen, hat sich an Silvester herumgesprochen.
Es sind tatsächlich viele Leute dort, als wir ankommen. Zwei brechen gerade auf, mit meinem Sohn beschäftigen sich abwechselnd vier weitere, wieder andere albern auf dem Sofa herum. Zwei Geigen und das Klavier sind schon mitten im Spiel und ich komme mit dem Cello dazu. Es ist ein ganz gewöhnlicher Dienstagabend, an dem ich nicht genau weiß, was mein Sohn eigentlich die ganze Zeit macht, aber er lacht irgendwo im Hintergrund und die Zeit bleibt stehen.
Erst nach einer ganzen Weile kommt er zu mir und fragt: „Machst du?“
Zu Hause plumpst er sofort in sein Bett und will nur noch schlafen. Da ist es erst sieben Uhr.
Ja, ich hatte wirklich sehr viel Zeit für mich heute, dank Erkältung, lieber Menschen und guter Angebote. Und ich habe sogar mit mehr Menschen als nur dem Anderthalbjährigen gesprochen. Wobei „nur“ definitiv nicht mehr stimmt, so oft wie er mich heute mit neuen Wörtern überrascht hat. Da das in seiner Altersklasse nicht selbstverständlich ist, staune ich immer noch.

WMDEDGT ist eine Aktion von Frau Brüllen, die immer am 5. eines Monats dazu aufruft, zu erzählen, was man denn eigentlich den ganzen Tag so macht.