Coronatagebuch Tag #66 – Wochenende in Bildern

Unser Wochenende in Bildern #WiB


Draußen ist das neue drinnen.
Und so ist dieses Wochenende dem Waldspaziergang (1), dem neuen Gartengottesdienst (2), der Streetart (3) und dem Gärtnern (4) gewidmet.
Wir kennen jetzt Pflanzen, die ~vielleicht~ die Urgroßeltern der Kinder noch kannten. Wir pflücken und essen alles vom Waldboden, was uns von App bzw. Internet als essbar bescheinigt wird. Wir haben Tomaten und Kartoffeln im Beet. Jedes Stück Holz, das wir aufsammeln und tragen können, wird im Garten verfeuert. Wir tunken Stockbrot, das wir über dem Feuer geröstet haben, in Wildkräutersoße. Wenn dabei eine der seltenen Passagiermaschinen am Himmel einen Streifen zieht, heben wir alle den Kopf und sehen ihr lange nach. Habe am Samstag zum ersten Mal einen Transporthubschrauber mit zwei Rotoren gesehen. Ich stelle mir vor, die könnten bald immer vorbeifliegen. Es werden jeden Tag mehr. Sie transportieren Schutzkleidung. Klinikgerät. Biohazard. Waffen. Koffer voll Geld.
In Wirklichkeit feiern wir, dass man in vielen Jobs nicht dauernd die 120 Prozent geben muss. Und dass im Videotelefonat endlich Kinder im Hintergrund zu sehen sein dürfen. Wurde auch Zeit.

Videokonferenz 2017:


Videokonferenz 2020:

Mehr Wochenenden in Bildern gibt es bei Große Köpfe in Berlin.

 

Coronatagebuch Tag #52

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Aufbackbrötchen, Nutella, Zoom-Kinderbibelstunde, YouTube-Live-Gottesdienst. Wir erfahren, dass unsere Kirche nicht öffnet. Noch nicht. Darüber bin ich sehr erleichtert. Bei dem Gedanken, alle Leute, auch Freunde und Bekannte, nur mit Mundschutz und 1,5 Metern Abstand (ohne Händeschütteln, ohne Umarmen!) zu begrüßen, immer zwei Stühle Abstand zu halten und nicht mehr singen zu dürfen, wird mir schlecht.

Aufräumen, Aufräumen, Aufräumen.

Wir entdecken dabei (nachdem wir schon über ein halbes Jahr in dem Haus wohnen) zum ersten Mal den winzigen Dachboden.

Weiter aufräumen. Schul-iPad für morgen konfigurieren. Der IT-Lehrer richtet die notwendigen Apps von fern ein. Wohlgemerkt an einem Sonntag.

Kochen, essen, Siedler spielen, Klettern gehen im Wald, am Brunnen spielen im Wald, Knoblauchrauke mitnehmen (von LandLebenBlog empfohlen), leider keine Bilder machen.

Merke: Wenn die üblichen Orte wie Spielplätze und die Wiesen am Fluss gesperrt sind, nehmen die Kinder eben ein Seil und klettern damit zwischen den Bäumen die Felsen hoch. Begleitet vom Duft einer kleinen Kifferrunde, die sich in 1,50 bis 15 Metern Entfernung davon getroffen hat.

Zu Hause weihen wir die neue Feuerschale ein. Mit Würstchen, Knoblauchrauken-Brot und Bier.

Keine neue Infektion mehr in Island – ein Genforschungs-Institut und eine Tracing App haben die Krankheit dort anscheinend zum Erliegen gebracht. In Deutschland steht die Frage im Raum, ob Menschen, die früher eine Lebendimpfung mit TBC erhalten haben, möglicherweise auch gegen die neue Krankheit immun sind. In Spanien dürfen die Menschen seit sieben Wochen zum ersten Mal wieder raus. Der Premier Großbritanniens hat die Krankheit persönlich überstanden und benennt sein Kind theatralisch nach seinen Notärzten.

Über 3,5 Millionen weltweit haben sich in dem letzten knappen halben Jahr nachweislich angesteckt. Knapp 250.000 sind gestorben. In Deutschland sind es über 165.000 Infizierte, damit liegt Deutschland vergleichweise ziemlich weit vorne, aber es sind gibt nur 6845 Tote, was sehr wenig ist.

Coronatagebuch Tag #40

Heute fahre ich mit dem E-Bike aufs Kloster. Halte beim Eisverkauf an. Es ist nicht so, dass der Eisverkauf geschlossen gewesen wäre die letzte Zeit. Wir wussten nur nicht, dass es einen Eisverkauf gab bisher. Wir fahren also zum Eisstand, um uns das erste Eis seit dem Lockdown zu genehmigen.

„Sorry, wir haben heute kein Eis. Unser Eis ist aufgetaut. Es ist weg.“

Murphys Eisstand, scheint mir.

Wir bekommen einen Apfelkuchen. Da die Bewirtschaftung geschlossen hat, müssen wir ihn von einem Pappteller auf einem Mäuerchen sitzend verzehren. Über unseren Köpfen zieht ein Flugzeug eine weiße Spur über den Himmel. Es ist das erste Flugzeug, das ich sehe. Ich sehe ihm lange nach. Das habe ich zuletzt ungefähr im Alter von 5 Jahren gemacht.

Der Wald ist vetrocknet. Da lässt sich gar nichts machen. Regnen müsste es mal. Aber das tut es seit fünf Wochen oder länger nicht mehr. Wir sammeln Äste auf, die zwischen unseren Fingern fast zu Staub zerfallen. So trocken sind die.

Ab nächster Woche gibt es in Baden-Württemberg die sogenannte Maskenpflicht. Beim Einkaufen und im Öffentlichen Nahverkehr. Ich liebäugele ja mit einem (keine Werbung) urbandoo. Aber auch hier muss man mit 30 Tagen Lieferzeit rechnen.

Ich gehe einfach nicht mehr einkaufen. Ich fahre nur noch mit dem Fahrrad in den Wald und sammle uns Kräuter. Ab und zu schieße ich Wild.

Einkaufsliste (hilft ja nix)

  • Sandalen in Größe 27 und 31
  • Mundschutz äh Alltagsmaske für 5 Personen in allen Größen
  • Pyjamas in Größe 146
  • Hosen, Röcke, Kleider und Strumpfhosen in Größe M-L